Glagoliza – Die Senj Druckerei 2017-09-07T14:47:01+00:00

GLAGOLIZA – DIE SENJ DRUCKEREI

GLAGOLIZA – DIE SENJ DRUCKEREI

Das glagotische Erbe von Senj
Die Senjer Platte ist eines der ältesten kroatischen glagolitischen Denkmäler. Sie bezeugt, dass zur Zeit ihrer Enstehung die glagotische Schrift im Gebiet von Senj allgemein verbreitet war. Sie wurde in der Festung Nehaj bei Erneuerungsarbeiten entdeckt. Sie ist nicht zur Gänze erhalten, man hat nur Fragmente mit gemeisselten pflanzlichen Ornamenten und glagolitischen Buchstaben gefunden. Die erhaltenen Fragmente befinden sich heute im Städischen Museum von Senj.
Aus der Zeit nach der Senjer Platte besitzen wir keine weiteren schriftlichen Spuren von Gebrauch der glagolitischen Schrift in Senj und Umgebung. Erst aus dem Schreben von Papst Innozenz IV. Vom 29. März 1248 an den Bischof Phillip von Senj erfahren wir, dass die Glagoliza noch nicht verschwunden war. Die Bedeutung dieses Schreibens liegt in der Tatsache, dass zum ersten Mal ein katolischer Bischof die Erlaubnis erhält, sich beim Gottesdienst einer nicht lateinischen Sprache und Schrift zu bedienen, d.h. der altslawischen Sprache und der glagotischen Schrift. Mit diesem Schreiben wurde der Grundstein für die aufblühende kroatische glagolitische Kultur im XIV und XV Jh. gelegt. Das Schreiben wird heute im Vatikanischen Geheimarchiv aufbewahrt.
Aus dem XIV. und XV. Jh. stammt die grösste Zahl der in glagotischer Schrift geschribenen Inschriften un Dokumente. In dieser Schrift is auch das Statut des Senjer Kapitels von 1340 geschrieben, ebenso wie der s.g. Lobkowicz Psalter, ein Psalmenbuch für Laien. Einen neuen Aufschwung erlebte die Glagoliza nach dem der ungarisch-kroatische König Sigismund am 25. jun 1392 dem Senjer Kapitel das Siegelrecht erteilte, wodurch es zu einem Ort des Vertruens wurde (locus credibilis). Das Kapitel begann danach glagolitische und lateinische Dokumente zu publizieren und zu übersetzen und darüber hinaus wurde die Zusammenarbeit mit dem Stadtnotar aufgenommen.

DIE SENJER GLAGOLITISCHE BUCHDRUCKEREI
Nur fünfzig Jahre nach der Erfindung der Buchdruckerkunst versammelte sich in Senj eine Gruppe von Leuten, welche die Bedeutung dieser Erfindung erfasst hatten. Einer von ihnen ging nach dem Venedig, wo die Buchdruckerkunst schon entwickelt war, und erlernte dort das Handwerk. Sein Name war Blaž Baromić. Er hat 1493 in Venedig ein Brevier (Gebetbuch) herausgegeben, das seinen Namen trägt. Wahrscheinlich hat Blaž Baromić nach dem erfolgreich Druck des Breviers beschlossen, alles Notwendige für die Einrichtung einer Buchdruckerei in seiner Heimat zu beschaffen. Schon im folgende Jahr wurde ein Missal (Messbuch) gedruckt. Das ist die erste und wertvollste Publikation der Senjer glagolitischen Buchdruckerei. Ein Missal ist ein der Gebetbuch in dem alle Texte gesammelt sind, die bei der Messe das ganze liturgische Jahr über gelesen werden. Die Sprache des Missals ist das Kroatisch-Kirchenslawische, auf dem auch alle anderen liturgischen glagolitischen Bücher im XV. und XVI. Jh. gedruckt wurden. Ausser dem Missal wurden in der Senjer glagolitischern Buchdruckerei noch sechs Bücher gedruckt.


GLAGOLIZA – DIE SENJ DRUCKEREI
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